Leben in der Zeltstadt Neufrankenroda: Royal Rangers stehen für Zusammengehörigkeit

Das späte Mittelalter ist zurück. Das mehr als 60 Hektar große Gelände der Familienkommunität Siloah in Neufrankenroda gleicht seit dem vergangenen Wochenende einem riesigen Heerlager.

Zelte, wohin man schaut. Fast 15.000 Kinder und Jugendliche nehmen am Bundescamp der Royal Rangers in Neufrankenroda teil. Foto: Conny Möller

Rund um eine Burg mit Ausmaßen von 140 mal 140 Metern, die zwar nicht aus festen Mauern, sondern aus einem Stahl- geflecht besteht, führen Marktstraßen mit Bauwerken, Stadttoren und Marktplätzen zu den 35 Zeltlagern. „Aufbruch“ lautet das Thema des vierten Bundescamps der Royal Rangers.

Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren pflegen hier eine Woche lang in Form des Camplebens Gemeinschaft und Einheit, stärken die Zusammengehörigkeit und versuchen, christliche Werte zu vermitteln. Für viele der rund 15.000 Pfadfinder, die aus fünf Distrikten kommen - dabei stellen die Baden-Württemberger mit 6300 Teilnehmern die stärkste Gruppe - ist es eine Umstellung, gänzlich auf technische Hilfsmittel zu verzichten. Doch schon nach kurzer Zeit hatten sich alle daran gewöhnt. Am gestrigen Montag herrschte reges Treiben in den Campstädten. So wie in der Thuringia Land- graviatus. Hier haben die Pfadfinder aus dem Freistaat Thüringen ihr Lager aufgeschlagen. Die nachgebaute Wartburg dient als Eingangstor. Hier leben Eisenacher neben Meiningern, Schmalkaldern und Bad Langensalzaern zusammen und mittendrin der kleine Stamm aus Gotha mit Teamleiter Frank Meder. Der Pfadfinderstamm 366 von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Gotha , gründete sich im Jahre 2006. 16 Teilnehmer im Alter von 8 bis 17 Jahren leben noch bis zum 15. August in der Zeltstadt.

Gestern zeigten sie anderen Pfadfindern, wie man ein Allzeitbereit-Päckchen bastelt. Zudem boten sie handgefertigte Ranger-Uhren mit ihrem Logo an. Das Thüringer Lager ist bei den anderen Teilnehmern sehr beliebt. Grund: Am Marktstand wird frische Thüringer Bratwurst angeboten.

Jedes Lager, erzählt Bundeswart Manfred Knecht, hat seine typischen Spezialitäten. So hat die Markgrafschaft Baden in ihrem Lager ein Casino aufgebaut, in dem sich die Kinder beim Pferderennen vergnügen können. Des Weiteren gibt es an vielen Plätzen Handwerkstände, Bistros und andere Annehmlichkeiten, wie beispielsweise auch einen eigenen Kinder- garten, Karussells und Klettertürme.

Conny Möller / 13.08.2014 / Gothaer Tagespost – TLZ

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