Die Royal Rangers in Tanna feiern ihr zehnjähriges Bestehen in Dankbarkeit

In einer Zeit, in der das Digitale einen immer größeren Raum einnimmt, Handys und Computer an der Tagesordnung sind, sehnen sich so manche Menschen nach dem Ursprünglichen und dem Einfachen zurück. Ein Leben - auch Überleben - im Einklang mit der Natur praktizieren die Pfadfinder. Bei den Royal Rangers, die es deutschlandweit und international gibt, spielen zudem christliche Werte eine Rolle.

In Tanna gibt es seit 10 Jahren die Royal Rangers, derzeit sind etwa 30 Kinder und Jugendliche dabei, die von Erwachsenen ange- leitet und unterstützt werden. Ihr zehnjähriges Bestehen feierten am Freitag, 13. Mai 2022, die Pfadfinder, heutige und ehemalige, zusammen mit ihren Helfern und Unterstützern. Am Samstag konnte man bei Aktionen, Spielen und Spaß erfahren, was Pfadfinder so machen.

Warum Matthes bei den Pfadfindern ist
Auf dem Grillplatz hinter dem Sportplatz war das Zelt der Ranger aufgebaut. Bei einem gemeinsamen Dankgottesdienst mit viel Musik hatte man sich bereits am Freitag getroffen. Annika (links) und Nadja (mitte), zwei junge Mädchen, führten durchs Programm und interviewten beispielsweise Matthes, wie und warum er zu den Pfadfindern gehört. Der Tannaer Schüler berichtete, dass er in seiner Freizeit auch Sport mag. „Irgendwann hatte ich mitgekriegt, dass es in Tanna die Royal Rangers gibt und bin hingegangen." Immer draußen in der Natur zu sein und Gemeinschaft erleben, das ist es, was ihm bei den Pfadfindern gefällt, deshalb ist er dabei.

„Es sind die Werte, die meinen Kindern guttun"
Annika und Nadja fragten auch ein Elternteil, Ramona Kleinhenz aus Göttengrün, nach ihren Erfahrungen mit den Royal Rangern. Was diese von anderen Vereinen und Angeboten für Kinder und Jugendliche unterscheidet? „Mir fällt immer wieder das ausgeprägte Engagement der erwachsenen Mitarbeiter auf." An vielen Wochenenden sind sie aktiv. Jeder kann sich nach seinen Fähigkeiten ein- bringen und mitgestalten. Wie es kam, dass ihre Kinder zu Pfadfindern wurden? „Ich hatte davon gelesen und fragte mich, ob die Pfadfinder noch all das machen, wie man es sich vorstellt." Und ja, so hat sie es dann erlebt. „Es sind Werte, die meinen Kindern guttun", dachte sie.
Bei Aktionen und Treffen in der Gemeinschaft, sei es beim Übernachten unter freiem Himmel, beim Kochen mit Kräutern, beim Wandern und Erkunden in der Natur.

Ranger-Arbeit geht nur gemeinsam, sie ist nichts für Einzelkämpfer
Kerstin Lange leitet die Royal Rangers in Tanna von Anfang an. Wenn sie gefragt wird, was sie neben der Ranger-Arbeit macht oder liebsten machen würde, erzählt sie, dass sie im „wahren Leben" Holz verkauft.

„Am liebsten wäre ich Ranger mit Bezahlung", sagt sie und erinnert sich, wie alles begann: „Wir hatten vor zehn Jahren viele Kinder bei uns." Damit meint sie die freikirchliche Kirchgemeinde. Da kam die Idee auf, in Tanna eine Gruppe von Pfadfindern zu gründen. „Der Gründungsgottesdienst war in Gefell", erinnerte Michael Ruß, der seine Gedanken am Freitagabend mit den Anwesenden teilte. Ranger-Arbeit geht nur gemeinsam, ist nichts für Einzelkämpfer. Man brauche einander, unterstützt sich gegenseitig, ermutige sich und verlässt sich auf die anderen. Man gehört zusammen.

Davon erzählte auch ein Lied, welches die Musikgruppe mit den andern gemeinsam sang: „Du bist groß und ich bin klein, gemein- sam wollen wir Royal Rangers sein."
Ehrlich, tapfer, treu und höflich, dabei gute Taten vollbringen, all das gehöre dazu.

Der Ursprung der Pfadfinder-Idee liegt in den USA
• Die Royal Rangers sind eine internationale und überkonfessionelle christliche Pfadfinderschaft, die in den USA gegründet wurde. Um eine Jugendarbeit für Jungen zu starten, die lebhaft, begeisternd ist und gleichzeitig biblische Werte vermittelt, wurde die Arbeit der Royal Rangers 1962 unter Leitung von John Henry Barnes begonnen. Bereits 1966 wurden erste Gruppen außerhalb der USA, in Australien und Lateinamerika, gegründet.
Im Jahre 1980 besuchte Barnes die Kirchengemeinde von Richard Breite in Bremen. Danach wurde dort ein Pilot-Programm der Royal Rangers gestartet. 1981 wurde in Bremen von Richard Breite der erste deutsche Stammposten gegründet. Heute gibt es in Deutschland ca. 500 aktive Stammposten (Ortsgruppen) [Stand 2022].
• Wenn die Royal Rangers sich vor Ort oder mit anderen Gruppen treffen, gehört neben dem Singen und Spielen das Erlernen von Pfadfindertechniken dazu, wie Feuermachen, das Erlernen sozia1er Kompetenzen und das Auseinandersetzten mit dem christlichen Glauben.
• Es gibt gemeinsame Camps, wo man das Schlafzelt aufbaut, aber auch einen Feuertisch und einen Essplatz, alles aus Holz. Nichts zurückzulassen, auch keinen Müll, das gehört zum Credo der Pfadfinder.

Bericht und Bilder von Simone Zeh / 17.05.2022 / Ostthüringer Zeitung (Schleiz)

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