Gewusel am Fuße der Burg - Rund 170 junge Royal Ranger aus ganz Thüringen treffen sich zum großen Sommercamp in Lauchröden

Zum Sommercamp hatten die Royal Ranger zur Brandenburg geladen. Spaß und Abenteuer für die Kinder und Jugendlichen. Finn, Erik, Luca, Lennard, Julius und Henning von den Stämmen Eisenach und Erfurt lassen gleich die Wasserbombe fliegen. Foto: Peter Rossbach

Hier, am Fuße der Brandenburg, herrscht ein fröhlich-freundliches Gewusel. Gleich neben den Mädels und Jungs, die sich mit Riesenzwillen bei einer großen Wasserballschlacht beharkten, bastelten andere Kinder Becher aus Kokosnüssen. Daneben saust Melina juchzend und mit Tempo die selbstgebaute Wasserrutsche hinunter, hinein ins kühle Nass des Freibads Marke Eigenbau. Wieder andere binden blau-gelbe Halsbänder, machen aus Blechdosen Essenkocher. Sogar bei den eigentlich eher lästigen Pflichtaufgaben wie Kochen, Abwasch oder Jurte aufräumen gibt es meist nur fröhliche Gesichter. Zum Sommercamp der "Royal Rangers Thüringen" hatten rund 170 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren zusammen mit ihren 50 Betreuern jede Menge Spaß, Abenteuer und einmalige Erlebnisse.

Bei den Royal Rangers handelt es sich um eine christliche Pfadfinderorganisation, die bundesweit etwa 20.000 Mitglieder zählt. In Thüringen gibt es rund 250 Mitglieder, die sich in neun sogenannten Stämmen zusammenfinden. Die Stämme sind natürlich regional verankert. Es gibt sie in Eisenach, Erfurt, Gotha, Bad Langensalza, Heiligenstadt, Schmalkalden, Meinigen, Ilmenau und Tanna. Der Stamm aus Eisenach mit Benjamin Hofmann an der Spitze ist mit rund 75 Mitgliedern der größte im Freistaat. Und für alle sind die jährlichen Sommercamps der Höhepunkt. Diesmal waren auch Pfadfinder aus Polen und Finnland als Gäste auf der Brandenburg mit von der Partie.

Fröhliche Gesichter, sogar beim Abwasch. Lilli (links), 10 Jahre, und Anna (rechts), 11 Jahre vom RR-Stamm Tanna packen mit an. Foto: Peter Rossbach

Viele Dinge erledigten die Teilnehmer gemeinsam. Da gehören die alltäglichen Pfadfinderaufgaben mit dazu, wobei die jüngeren von den älteren Pfadfindern lernen. Da geht es z. Bsp. um den Aufbau der Schlafjurten (kleinere und größere Zelte), des großen Gemeinschaftszeltes, aber auch um Schnitzen, Kochen. Geländeerkundung, Geländespiele, Orientierung im Gelände, Feuer machen, das Bauen von Türmen und eben auch der Wasserrutsche samt Pool und vieles mehr. Los ging das Camp für die jungen Teilnehmer zu Beginn der vergangenen Woche. Doch schon drei Tage zuvor war Benjamin Hofmann mit einem Helferteam (natürlich alles im Ehrenamt) angereist und hatte die nötige Grundinfrastruktur aufgebaut, wie etwa die Wasserleitungen, größere Tische und Bänke aus etwa 400 Holzstangen hergestellt und vieles mehr. Dafür sind sie auch den Helfern aus der Region sehr dankbar. "Die Verwaltung Gerstungen und viele weitere Freunde aus der Region haben uns sehr unterstützt. Vor allem auch die Feuerwehren, ohne deren Einsatz vieles nicht möglich gewesen wäre", sagt Hofmann.

Das Thema des Camps ist "Grenzenlos". Zum einen erfuhren die Kinder und Jugendlichen dabei etwas über die Geschichte des Volkes Israel. "Wir sind christliche Pfadfinder und wollen natürlich auch über christliche Werte, die Geschichtete und Mut reden und berichten, aber auch über die Nöte und Sorgen der einzelnen Teilnehmer – eben auch ein Stück Seelsorge bieten", sagt Hofmann.

Aber 30 Jahre nach der Wende und an dem geschichtsträchtigen Ort, so nah an der einstigen innerdeutschen Grenze, ging es natürlich auch um deren Geschichte. Dazu gab es für die älteren auch eine Nacht, in der eine Flucht über die Grenze nachgestellt wurde, mit Uniformen, Stacheldraht. Minenfeld und nächtlicher Überquerung der Werra. "Das war für uns alle ein beeindruckendes Erlebnis", so Hofmann.

Am Samstag war Besuchertag im Camp, wo vor allem die Angehörigen der Kinder und Jugendlichen ihren Nachwuchs wieder in die Arme nehmen konnten und sich von stolzen und glücklichen Kinder und Jugendlichen zeigen ließen, was diese im Camp so alle geleistet und gelernt haben.

Peter Rossbach / 12.08.2019 / Thüringer Allgemeine (Eisenach)

EFG Tanna 2003-2019