Raus aus der Komfortzone: Thüringer Royal Rangers bei den Pfadfindern von Tanna
Gemeinsam wurde dabei eine anspruchsvolle Wanderung absolviert mit Stationen fürs Abseilen und Klettern.

Pfadfindertreffen in Tanna: Teamarbeit ist dabei wichtig. Foto: Simone Zeh / Bildrechte: OTZ

Pfadfinder verlassen die Komfortzone des Lebens. Das heißt: Modische Kleidung, Handy oder die Couch – all das wird getauscht gegen Gemeinsamkeit und Natur, Spaß und Selbstüberwindung.

Der Tannaer Stamm hatte am vorigen Wochenende die Thüringer Royal Rangers nach Ostthüringen eingeladen, um gemeinsam eine herausfordernde Wanderung mit mindestens 20 Kilometern am Tag zu absolvieren. Zwischendurch gab es Stationen mit Workshops und Prüfungen wie etwa Abseilen und Klettern. 45 Kinder und Jugendliche, ausgerüstet mit Rucksack und zu erkennen am blau-gelb gestreiften Halstuch und einem beigefarbenen Hemd, durchstreiften die Tannaer Region.

„Treffpunkt war in Gefell, wo wir als freikirchliche Gemeinschaft ein Grundstück haben“, erzählte Kerstin Lang, die Stammleiterin in Tanna. Nach der ersten Übernachtung ging es am nächsten Tag früh los: Eine Gruppe startete ab Langgrün, eine zweite ab Künsdorf. Ausgerüstet mit Landkarte, machten sich die jungen Menschen auf den Weg. „Sie schaffen das allein“, weiß Kerstin Lang . Die Gemeinschaft schweißt sie dabei zusammen. Und wenn sich eine Gruppe mal verläuft, ist das auch nicht so schlimm. „Sie wissen, sie sind nicht allein. Sie wachsen über sich hinaus, machen eigene Erfahrungen, die fürs Leben prägen“, sagt die Tannaerin Kerstin Lang.

Vermittelte Werte sind auch später wichtig

Und um solche Werte, die man später in der Berufsausbildung, im Beruf oder im privaten Leben braucht, geht es den Pfadfindern: Teamfähigkeit, Verantwortung übernehmen und Nächstenliebe, aber auch Abenteuer in der Natur und der Glaube an Gott.

Der Weg führte dann zur Pechhütte, ein beliebtes Wanderziel nahe Tanna, wo man aus Ästen und Zweigen Biwaks baute – auch das gehört zum Lernprogramm. Und was der Stammleiterin auch wichtig ist: „Wenn wir Pfadfinder wieder abrücken, sieht es aus wie vorher.“ Gegen Mittag trafen die 45 Kinder und Jugendlichen aus Tanna, Gera, Meiningen, Schmalkalden und anderen thüringischen Orten nach und nach auf der Rangerwiese nahe dem Städtchen ein.

„Die haben wir von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen“, sagt Kerstin Lang . Auf der Wiese der Tannaer Pfadfinder wurden Feuertische aus Holz und Stricken errichtet, wobei das Bauen für die Royal Ranger ein Teil der Prüfung in Silber war, um die es – neben Bronze – an diesem Aktionswochenende ging. Ziel am Abend war dann wieder Gefell. Am Sonntag endete das Pfadfinder-Wochenende mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Sich mit der Region zu identifizieren, auch das ist ein Anliegen. „Wir halten den Kinderspielplatz in Tanna sauber“, sagt Kerstin Lang. Und beim Umwelttag, bei welchem kürzlich in Tanna der Frühjahrsputz vonstattenging, stellten die Pfadfinder die größte Gruppe der sich engagierenden Vereine.

In Thüringen gibt es z.Z. zehn Pfadfinder-Stämme: z. Bsp. in Eisenach, Heiligenstadt, Gera, Schmalkalden, Tanna, Meiningen oder Sülzhain. In ganz Deutschland sind es etwa 450 Stämme.

Simone Zeh / 03.05.2015 / Nachrichten für Thüringen – OTZ

EFG Tanna 2003-2019