Leopold Schmidt aus Hirschberg (links) und Philemon Ruß aus Tanna (rechts) wollen helfen und freuen sich, wenn das auch noch andere tun. Foto: Kerstin Lang


Tannaer Royal Rangers wollen mit Lebensmitteln den im Kriegsgebiet ausharrenden Menschen helfen


Die ukrainischen Menschen werden bei uns herzlich willkommen geheißen, erhalten von verschiedenen Seiten aus Unterstützung. Die Ukrainer, die zumeist Frauen und Kinder sind, werden untergebracht und versorgt. Ob über die Behörden organisiert oder privat. Es gibt Hilfe bei Behördengängen und bei der Suche nach Arbeit. Viele der ukrainischen Kinder gehen bereits in die Schule oder in den Kindergarten, erfahren so ein Stück Normalität. Viele Menschen auch in unserer Region haben für die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet Geld oder nützliche Dinge für den Alltag gespendet. Was aber ist mit den Menschen, die in der Ukraine geblieben sind? Die im Kriegsgebiet verharren oder dort auf der Flucht sind. Ihre Gründe sind verschieden und wohl immer verständlich. Sei es das Alter, die Heimatverbundenheit oder das eigene Pflichtgefühl, seinem Land und dem Volk, vielleicht auch der Familie oder dem hilfsbedürftigen Nachbarn gegenüber. Wer hilft ihnen?

Kartons in verschiedenen Größen Hier setzt die Hilfsaktion „Ukraine in Not" an, die am Donnerstag dieser Woche in Tanna angel- aufen ist. Es ist eine Spendenaktion, welche die Pfadfinder in Tanna, die Royal Rangers, und die Kirchgemeinde Tanna initiiert haben. „Wir schließen uns der Deutschen humanitären Hilfe Nagold an und sammeln Sattmacher-Pakete", sagt Kerstin Lang, welche die Royal Rangers in Tanna anleitet. Es ist ein eingetragener Verein der baden-württembergischen Stadt Spielberg, der die Aktion zusammen mit dem Verein Waisen- und Jugendhilfe Ukraine organisiert. Gemeinsam sind die Vereine seit mehr als 20 Jahren in Osteuropa aktiv. „Viele Leute wissen, dass wir zu Weihnachten in Tanna immer unsere Albanien-Hilfsaktion durchführen", erklärt Kerstin Lang. Diese läuft auch über den Verein Deutsche humanitären Hilfe Nagold e.V. (DHHN). „Der Chef des Nagold-Vereins ist auch Royal Ranger."

Zusätzlich wird auch in Ländern wie Moldawien und Rumänien geholfen. „Jetzt wurde ein Netzwerk aufgebaut, um auch in der Ukraine zu helfen", berichtet die Tannaerin. „Es herrscht Not und es werden dringen Lebensmittel gebraucht. Wir wollen, dass auch dort die Menschen Hilfe bekommen."

Deshalb sind die Menschen in unserer Region aufgerufen, sogenannte Sattmacher-Pakete zu packen. Es gibt sie in verschiedenen Größen: Sattmacher flex, Sattmacher und Sattmacher XXL. Während ins Paket der erstgenannten Variante Lebensmittel aller Art können, wie etwa Konserven, Reis, Süßes, Gewürze und Kartoffeln, packt man das Paket der zweiten Variante genau nach Maß in einen Weinkarton mit Deckel. „Leere Weinkartons für sechs Flaschen bekommt man leicht im Supermarkt", so Kerstin Lang. Ihr Vorteil ist, sie lassen sich im Lkw dann gut stapeln. Ins Paket sollen beispielsweise je 1 Kilo Reis und Zucker, 500 Gramm Nudeln und Tee. Die genaue Liste findet man im Internet auf der Webseite des Hilfsvereines unter www.dhhn.de. Für das XXL-Paket bietet sich eine Bananenkiste mit Deckel an, die man ebenfalls in Märkten erhält. Hier kommen zu den größeren Mengen an Mehl, Reis und Zucker, noch Fisch, Grieß und Schokolade hinzu.
Als Tee wird Schwarztee empfohlen, da er ein Nationalgetränk in der Ukraine ist.
Eine ganz andere, vierte Variante ist ein Saubermacher-Paket, für welches sich auch ein Weinkarton anbietet. Ins Paket kommen unter anderem Seife, Shampoo, Vollwaschmittel und Zahnpasta.

„Die Hilfsgüter werden von LKW bis an die Grenze gefahren und dort in Kleintransporter umgeladen" , so Kerstin Lang. Wegen möglicher Zollkontrollen ist es wichtig, dass man sich beim Packen genau an die Liste hält. Die Lebensmittel müssen auch noch mindestens sechs Monate haltbar sein. „Wir hoffen, dass wir einen Lkw voll bekommen mit Spenden." Diese würden dann abgeholt. Kommt weniger zusammen, bringen die Tannaer die Hilfsgüter zur Sammelstelle des Vereins.

Abgegeben werden können die Pakete in der Bücherstube Gefell zu den Öffnungszeiten und im Pfarramt Tanna, wo der Gemeinde- pädagoge die Pakete annimmt.

von Simone Zeh / 30.04.2022 / Ostthüringer Zeitung (Schleiz)

EFG Tanna 2003-2020